Wie Jäger die Buchara Schraubenziege in Tadschikistan retteten.

Wenn Ihnen das nächste Mal jemand sagt, dass Jäger die seltensten Tiere der Welt ausrotten, denken Sie daran, dass Sie das moralische Recht haben, ihnen ins Gesicht zu lachen. Heutzutage retten Jäger mehr vom Aussterben bedrohte Arten, als irgend jemand anderer und die nachhaltig regulierte Jagd ist das effizienteste Naturschutzinstrument, das der Menschheit bekannt ist. Es gibt zahlreiche Fälle, die dies belegen. Die Buchara Schraubenziege in Tadschikistan ist zum Beispiel eine davon.

DIE BUKHARA SCHRAUBENZIEGE STAND NOCH VOR EINIGEN JAHRZEHNTEN DEM AUSSTERBEN GEGENÜBER, WURDE ABER DURCH INTENSIVE BEMÜHUNGEN DER JÄGER GERETTET.

Eine Bukhara Schraubenziege ist ein majestätisches Tier mit eigenartigen korkenzieherförmigen Hörnern. Sie lebt in den entlegensten Bergen Zentralasiens. Die Jagd trug zwar zum Rückgang ihrer Zahl bei, aber die Jäger waren nur Werkzeug von Außeneinwirkungen die stärker waren als sie selbst. In den Bergdörfern Tadschikistans war die Jagd eine alte Tradition, die vom Vater zum Sohn weitergegeben wurde. Früher war es eher ein Lebensstil als ein Mittel zum Lebensunterhalt. Jäger jagten selten mehr, als für die unmittelbaren Bedürfnisse ihrer Familien erforderlich waren. Aber der sowjetische Einfluss ruinierte die alten Wege. Dieser verwandelte traditionelle Jäger in professionelle Wildschlächter mit Abschussplänen, die sie erfüllen mussten. Es ist nicht so, dass die kommunistische Regierung nichts unternommen hätte, um die Umwelt zu schützen, aber ihre Bemühungen schlugen irgendwie fehl.

Im Jahr 1991 wurde die Zahl der Schraubenziegen in Tadschikistan auf nur 300 Tiere geschätzt. Danach ging die Zahl drastisch zurück.

In den ersten Jahren der Unabhängigkeit von der Sowjetunion, hat eine zusammengebrochene Wirtschaft dazu geführt, dass sich die Menschen um zu überleben der Wildnis zuwandten, denn ein gewaltsamer Bürgerkrieg bedeutete Hunderte von bewaffneten Menschen in den Bergen. Was würden Sie tun, wenn Sie hungrig wären, eine AK hätten und eine Herde wilder Schafe oder Ziegen sehen würden – besonders, wenn Sie keine Jagderfahrung hätten? Mit Glück erlegen Sie vielleicht ein Tier und hinterlassen aber fünf oder sechs verwundete Tiere, welche einen elenden Tod sterben. Nach Kriegsende war die tadschikische Tierwelt einer weiteren Bedrohung ausgesetzt. Die Trophäenjagd war offiziell verboten, aber skrupellose Jagdausrüster nahmen einige skrupellose Jäger mit um Schraubenziegen, Marco Polo Schafe, Alpensteinböcke und sogar den gefährdeten Schneeleoparden zu jagen! Das Schlimmste an diesen Jagden aber war, dass illegale Jagdausrüster nicht in die Erhaltung der Tiere investieren konnten, selbst wenn sie dies wollten und die Tadschiken gaben im Grunde genommen das unschätzbare Vermögen ihrer Nation um nichts her!

JÄGER AUS TADSCHIKISTAN HABEN SICH ZUSAMMENGESCHLOSSEN UM IHRE BERGE UND IHRE TIERE ZURÜCKZUEROBERN.

Überall auf der Welt, ist es weder ein Bauer, noch ein Hirte und auch kein Städter, es ist immer ein Jäger, der sich zuerst um die Natur kümmert. Die Wissenschaftler der Hunting & Conservation Alliance Tadschikistan (H&CAT) sagten, dass sie das Thema  „Schutz wildlebender Tiere“ nicht einmal ansprechen mussten, wenn sie in abgelegene Bergdörfer kamen. Die lokalen Jäger begannen das Gespräch mit Wehklagen von selbst, darüber, dass es früher Herden von Bergwild gab und jetzt sind die Tiere so selten und verstreut, dass es fast keinen Sinn mehr macht sie zu jagen. Die Forscher erklärten ihnen, wie das Wohlergehen der Berge in den Händen der Jäger liegt. Sie sprachen darüber, dass die Tierwelt vergleichbar mit ihrem Garten sei. Man erntet keine Früchte von jungen Bäumen oder schneidet sie für Brennholz, man pflegt sie und lässt sie wachsen. Dadurch wird ihre Arbeit mit einer guten Ernte belohnt.

Im Jahr 2008 begann die Jagd- und Naturschutzallianz von Tadschikistan (H&CAT) mit der Implementierung eines auf der Jagd basierenden Naturschutzmodells, das sich in Pakistan bereits als effizient erwiesen hatte.

Dorfjäger wollten unbedingt die Grundlagen der Trophäenjagd auf der ganzen Welt verstehen – einschließlich des Torghar-Schutzprogramms in Pakistan. Das Schema ist wirklich einfach: Sie verkaufen eine sehr begrenzte Anzahl erwachsener Tiere an Trophäenjäger und verwenden die Mittel, um den Rest sowie auch andere in der Region lebende Arten zu schützen. H&CAT half dadurch lokalen Jägern, Jagdreviere einzurichten, die ihnen das gesetzliche Recht einräumten, die Tiere vor Wilderern zu schützen. Sie sammeln Daten über Populationen und können Abschusskontingente, basierend auf den tatsächlichen Tierbestand, anfordern und sind darum bemüht, eine legale und geregelte Jagd auch für Touristen zu organisieren.

JÄGER AUS TADSCHIKISTAN ARBEITETEN HART ÜBER JAHRE, SCHÜTZEN IHRE GEBIRGE VOR WILDERERN UND ÜBERWACHEN DAS WILDLEBEN UND DAS  SCHON LANGE BEVOR SIE JÄH EINEN CENT FÜR EINE TROPÄE ERHALTEN HABEN.

Die einzige Unterstützung, die sie von Umweltschutzgruppen erhielten, waren Ausrüstungsgegenstände wie Rückfahrkameras und Zielfernrohre. Besonders eingesetzt haben sich die GIZ und Panthera (welche sich hauptsächlich um Schneeleoparden kümmern, aber erkannten, dass mehr Huftiere in den Bergen – mehr Nahrung für die Schneeleoparden bedeuten). Es gab auch eine Reihe kleiner Spenden, aber diese konnten nicht einmal die Organisationskosten decken.

Im Nachhinein war es sogar gut, dass es kein Geld gab, um Jäger für Razzien gegen Wilderei und für die Überwachung zu bezahlen. Es hat sich als eine gute Möglichkeit erwiesen, verantwortungslose Profitgeier herauszufiltern und somit arbeitet man nur mit langzeit-voraussehenden Denkern und echten Enthusiasten von Tadschikistans, für das Bergwild, zusammen.

Aufgrund der Bemühungen der Jäger, ist nunmehr die Zahl der Schraubenziege auf fast 2000 Tiere angewachsen und eine streng begrenzte Jagd ist möglich.

Pro Jahr werden nur 6 bis 9 Bukhara-Schraubenziegen-Abschuss-Genehmigungen ausgestellt. Diese Menge kann unmöglich einer Population schaden, die nach jüngster unabhängiger Zählung mehr als 1900 Tiere zählte. Diejenigen, die über die Qualität des Genpools besorgt sind kann man beruhigen, da die typischerweise von Trophäenjägern gejagten Tiere, in der Regel sehr alte Männchen sind, welche weit über das Fortpflanzungsalter hinaus sind und ihre Genetik bereits weitergegeben haben. Die positiven Auswirkungen der Trophäenjagd auf nachhaltige Nutzung sind weitaus größer, da die Gesamtzahl der von Menschen getöteten Schraubenziegen drastisch abnimmt. In jedem Reservat sind bis zu zehn hauptberufliche Wildhüter und Führer beschäftigt, die einen kontinuierlichen Schutz gegen Wilderei gewährleisten. Einige dieser Ranger werden aus ehemaligen Wilderern angeworben, was somit die Anzahl dieser automatisch verringert. Schließlich gibt es weniger Gründe für die Dorfbewohner, wilde Tiere zu töten, als vielmehr Gründe sie zu schützen, da die Einnahmen aus der Trophäenjagd die lokale Wirtschaft verbessert.

TROPHÄEN JÄGER BEZAHLEN ÜBER 100.000 USD FÜR EINE SCHRAUBENZIEGEN-JAGD

60% davon sind für den Schutz von Wildtieren und 40% sind für die Verbesserung der Lebensbedingungen lokaler Gemeinschaften bestimmt.

In einem Land, in dem 70 US-Dollar ein gutes Monatseinkommen sind, kann dieses Geld viel bewirken. Jeder zusätzliche feste Arbeitsplatz mit einem Durchschnittsgehalt macht einen großen Unterschied für ein abgelegenes Bergdorf. Das Geld der Trophäenjäger dient außerdem der Verbesserung der Straßen- und Wasserversorgung, der Bezahlung zusätzlicher Schullehrer und der Unterstützung lokaler Kinder bei einer College-Ausbildung. H&CAT spendet sogar Hausschafe für Feste und Hochzeiten – damit Sie für das Fest keine wilden Tiere töten müssen. Wenn die Dorfbewohner sehen, dass das Einkommen aus der Trophäenjagd ihren Lebensstandard verbessert, betrachten sie die Wildtiere nicht länger als „nutzlose Tiere“. Sie  werden sprichwörtlich „Die Gans, die goldene Eier legt“.

DAS GELD DER TROPHÄEN JÄGER  + DER EINSATZ DER LOKALEN JÄGER  = ZAHLREICHE GESUNDE HERDEN.

Das H&CAT-Projekt ist keine Vision eines dicken, weißen Mannes, der arme, unzivilisierte Wilde ausbeutet. Die Tadschiken, die das H&CAT-Programm durchführen sind Jäger und es ist ihr Jagdrevier, in dem sie die am häufigsten vorkommenden Tiere legal, für sich selbst jagen. Der Erfolg des H&CAT-Programms hängt gänzlich davon ab, dass jede einzelne Phase von der Jagdgemeinschaft durchgeführt wird. Angefangen bei den Trophäenjägern, die bereit sind, für ihre Leidenschaft zu zahlen, bis zu den traditionellen Jägern, die täglich in den Bergen unterwegs sind, um ihre Arbeit zu überwachen und das Land zu schützen. Ihr Schutz und ihre Pflege kommen nicht nur Schraubenziegen zugute, sondern breiten sich auch auf andere Wild- und Nichtwildtiere aus, einschließlich dem Wildschwein, Steinbock, Uriale (Steppenschafe), Marco Polo-Schafe und sogar dem Schneeleoparden.

Schneeleopard

Der Erfolg von H&CAT wurde 2014 mit dem PRESTIGIOUS MARKHOR AWARD und 2017 mit der IUCN-Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Sogar Umweltschutzgruppen wie Panthera – die normalerweise gegen die Trophäenjagd sind – erkennen den Wert der H&CAT-Arbeit und unterstützen sie. Ihre offizielle Position lautet: Tadschikistan ist als Nation zu arm, sein Territorium ist zu abgelegen und zu nah an den Schlachtfeldern Afghanistans um genügend Wildbeobachter anzuziehen. Die Trophäenjagd ist daher die einzige Möglichkeit, ausreichende Mittel für den Schutz der tadschikischen Tierwelt zu sammeln.

Mit anderen Worten: NACHHALTIGE JAGD IST DAS EFFIZIENTESTE ERHALTUNGSWERKZEUG DAS HEUTE BEKANNT IST.

Wenn Ihnen das nächste Mal jemand sagt, dass die Jagd etwas Furchtbares ist, fragen Sie ihn, was er für wichtiger hält: 

  1. seine persönlichen willkürlichen, ethischen Standards oder 
  2. das Wohlergehen unseres Planeten und seiner Tierwelt?

Wenn die 2. Antwort die Ihre ist, müssen Sie die regulierte legale Jagd unterstützen oder zumindest tolerieren. Irgendwann in der Zukunft könnte sich die Menschheit etwas einfallen lassen, das vielleicht besser funktioniert, aber die kostbare Tierwelt der Erde muss gerade jetzt gerettet werden und es gibt einfach noch kein effizienteres und erfolgreicheres Programm.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s