DIE REISE DES FASANS

Jäger hält ein den gejagten Fasane.

Die Fasanenjagd, sei es eine klassische wie beim sogenannten „Shooting“ im englischen Stil oder eine Treibjagd, mit Treiber und Blocker im amerikanischen Westen, ist für viele Naturliebhaber ein unwiderstehliches Erlebnis. Es muss irgendwie damit zusammenhängen, dass sich Fasane und Menschen die Reise um die Welt seit tausenden von Jahren geteilt haben. Fasane reisten mit den Menschen und Menschen reisten um die Welt auf der Suche nach dem Fasan.

Den Ringfasan (auch bekannt unter „chinesischer Reisfasan“ oder „Feldfasan“) erkennt man deutlich an seinem weißen, am Nacken unterbrochenen Halsring. Dieser Fasan hat sich wahrscheinlich im modernen China entwickelt und sich dann mit oder ohne menschliche Hilfe nach Westen bis zum Schwarzen Meer und auf den Balkan ausgebreitet. Fossilien beweisen, dass die Europäer bereits 6.000 v. Chr. diesen köstlichen Vogel verspeist haben. Der Fasan erhielt seinen Namen (Phasianus colchicus) von zwei Flüssen im heutigen Georgien: der Phasis (heute Rioni) und der Colchis. Im Tal von Kolchis, wo laut Argonautensagen nach dem goldenen Vlies gesegelt wurde, entdeckten die Römer zuerst einen anderen Schatz: einen goldgefiederten Vogel mit kurzen Flügeln, langem Schwanz, starkem Flugverhalten und schmackhaftem Fleisch.

Fasan. Grüner Feld.
Griechen und Römer begegneten dem Fasan zum ersten Mal im Tal von Kolchis und moderne Jäger werden zugeben, dass der Vogel ebenso ein Schatz wie das Goldene Vlies will.

Von da an begann die dokumentierte, gemeinsame Reise von Fasan und Mensch. Die Römer liebten alles was mit Luxus zu tun hatte, von einer raffinierten Küche bis hin zu den schönen Dingen. Der Fasan befriedigte beide Bedürfnisse und wurde wie die Hühnchen in Volieren gezüchtet, wo auch immer, zu den Triumphtagen Roms, das Reichsadlerbanner gehisst wurde. Als das Imperium zusammenbrach, wurden die Voliere zerstört, die Vögel befreit und die Nachkommen der überlebenden Vögel besiedelten nach und nach Europa von Großbritannien bis Italien, von Spanien bis Tschechien und von Rumänien bis Bulgarien.

Wenn nun die Bewohner dieser Länder Fasan essen wollten, mussten sie ihn jetzt jagen und es ist nicht verwunderlich, dass der Fasan bald zu einem der begehrtesten zu jagenden Wildvogel wurde. Der Adel verfolgte ihn mit Habicht und Falken und der bescheidene Bauer konnte nicht immer der Versuchung widerstehen, sich in das Gebiet des Lords zu schleichen um ein paar Fallen aufzustellen. Bei der Fasanenjagd wurden Feuerwaffen fast gleich mit ihrer Erfindung eingesetzt. Frühe Matchlock-Musketen waren nur zum Erschlagen bewegungsloser Vögel, die auf Bäumen saßen geeignet. Als die Fasane jedoch lernten, diese Gefahr zu umgehen, mussten leichtere und handlichere Flinten, die sich zum Schießen eigneten, entwickelt werden. Auch viele Hunderassen erschienen nur wegen der Fasanenjagd.

Die Europäer bevorzugten den Fasan so sehr, dass sie den Vogel, als sie sich auf der ganzen Welt ausbreiteten, überall hin mitnahmen. Im Gegensatz zur Römerzeit, war der Fasan nun ein Wildvogel. Der Plan war die Vögel freizulassen, auf ihre Vermehrung zu warten um sie dann zu jagen. Es hat aber nur an einigen Orten funktioniert, wie z.B.: in Neuseeland. Die englischen Gouverneure nordamerikanischer Kolonien, welche sich möglicherweise in der Neuen Welt mehr zu Hause fühlen wollten, versuchten, Fasane freizulassen, schafften es jedoch nicht, dass diese sich vermehrten. Es bedurfte eines wahren Pioniergeistes, um dies richtig zu machen.

3 Jäger mit Flinten und Fasane
Nachdem der Fasan wegen seines Fleisches und seiner Schönheit in Volieren gehalten worden war, setzte er seine gemeinsame Reise mit dem Menschen auf der ganzen Welt als Wildvogel fort.

Owen Nickerson Denny kam als Kind nach Oregon. Seine Eltern gehörten zu den ersten europäischen Siedlern dieses Staates. Seiner Frau, Gertrude Jane Hall Denny, widerfuhr das gleiche Schicksal. Das Paar zog aber immer weiter nach Westen, bis es Schlussendlich im Osten landete – Herr Denny wurde zum US-Konsul in China ernannt. Erst dort wurde er auf Fasane aufmerksam gemacht, die von den örtlichen Bauern gefangen genommen und als Delikatesse verkauft wurden. Owen Denny hatte die Idee, dass der Fasan eine schöne Bereicherung für die Fauna seines Heimatstaates sein würde. Drei Fasanensendungen wurden 1881, 1882 und 1884 durchgeführt und die Vögel fühlten sich in ihrer „neuen Heimat“ so wohl, dass der Bundesstaat Oregon bereits 1892 seine erste Jagdsaison eröffnete.

Man könnte argumentieren, dass dies den Fasan zu einer invasiven Art macht, aber dies wäre nur die halbe Wahrheit. Das Besondere am amerikanischen Fasan ist, dass er nicht in den ursprünglichen voreuropäischen Lebensraum eingeführt wurde, sondern in einen neuen Lebensraum, der zusammen mit Weizen- und Maisfeldern geschaffen wurde. Wie einige Forscher betonen, reicht die Geschichte des Zusammenlebens von Fasanen und Menschen in der Agrarlandschaft bis vor etwa 10.000 Jahre in China zurück, woher die ursprünglichen Vögel stammen. Daher ist der Vogel eine natürliche Ergänzung für die landwirtschaftliche Umwelt. Es war eine neue Vogelart für einen neuen Lebensraum.

Der Lebensraum ist das Schlüsselwort für den Fasan. Dieser ist zwar selten von legaler, regulierter Jagd bedroht doch wenn dies der Fall wäre, besteht die Gefahr, dass die Vögel die zur Ergänzung des überjagten lokalen Bestands freigesetzt werden, die Gene der ursprünglichen Population infundieren. Auf diese Weise verlor Großbritannien Ende des 18. Jahrhunderts, als die chinesischen Fasane in das Land eingeführt wurden, gefolgt von anderen Unterarten, darunter dem mongolischen- und dem Reeves Fasan, seine einheimische Form, der eher einen schwarzen als einen weißen Kragen um den Hals trug. Heute heißt es, dass der japanische grüne Fasan auf ähnliche Weise bedroht ist. Illegale Subsistenzjagd und der Lebensraumverlust sind eine weitere Bedrohung.

Der wertvolle und verletzliche Fasan war eine der Arten, mit der man die Bewirtschaftung von Wildtieren begann. Das Klima in den meisten Teilen Europas ist zu streng, als dass Fasane ohne menschliche Hilfe überleben könnten. Der Adel erkannte schnell, dass man ohne Schutz vor menschlichen und auch nichtmenschlichen Raubtieren, ohne Fütterung im Winter und anderen „Wildschutzmethoden“ keine verlässliche Versorgung mit Vögeln für die Jagd haben könnte. Britische Wildhüter gingen sogar soweit, dass sie die Eier in den Nestern der wilden Fasane durch Attrappen ersetzten, die Eier von Haushennen weiterbrüten ließen und kurz bevor die Küken schlüpften, diese wieder im Nest des Fasans einsetzten.

Allmählich wurden diese frühen Methoden durch das Züchten und Freilassen von Vögeln aus Kostengründen ersetzt. Die meisten der 20 Millionen Fasane, die jedes Jahr in Europa getötet werden, sind Zuchtvögel. Einige mögen sagen, das klingt mehr nach einer Landwirtschaft als einer Jagd, zumal das Fleisch der Vögel hauptsächlich an Restaurants und Geschäfte verkauft wird. Aber wie bei den meisten Jagdarten ist die Sicht von außen oft zu diffuse, um ein klares Bild davon zu erhalten. Man sollte die europäische Fasanenjagd besser selbst erleben, bevor man darüber urteilt.

Das Schießen von Zucht-Vögeln, hat sowohl unter den Jägern als auch in der nichtjagenden Öffentlichkeit einen schlechten Ruf erlangt. Viel hängt jedoch davon ab, wann Sie die Vögel freigelassen und wie sie gejagt werden. Ein oder zwei Tage vor der Jagd ausgesetzte Vögel, welche mit Hunden und Gewehr gejagt werden, stellen keine Herausforderung an den Jäger. Deshalb verwenden die meisten, die diese Art der Jagd betreiben, Schrotflinten der Stärke 410 und 28.

Wohl bemerkt aber, werden in den meisten europäischen Ländern die Fasane sobald sie fliegen lernen, einige Monate vor Saisonbeginn, freigelassen. Wenn es soweit ist werden sie zum Abschuß gefahren. Tatsächlich ist es ein nationaler Stolz und eine selbsterlegte Aufgabe der britischen „Shoot“ Besitzer, dass die Zucht-Fasane durch ihren schnellen Flug, genauso schwer zu jagen sind wie die Wildvögel.

Wenn Sie jedoch Fasane suchen, die nicht nur zum Abschießen, sondern auch zur Jagd herausfordern, sollte Ihr Ziel der amerikanische Westen sein. Die Vögel dort sind so wild wie die Prärie und die Rocky Mountains selbst. Jäger müssen normalerweise sehr weit gehen, bevor sie diesen Vogel in den grenzenlosen Weiten finden können. Auch ein gefundener Fasan ist weit entfernt von einem getöteten Fasan. Es braucht eine Menge Schießkünste und Feuerkraft, um diesen zu Fall zu bringen. Während normalerweise eine Hochlandvogeljagd ein Fall für eine Doppel-Schrotflinte ist, ist beim  Fasan, der dritte Schuss (oder vielleicht sogar der Vierte, wenn legal) oft unerlässlich. Es ist schwer vorstellbar, dass eine Schrotflinte, mit der amerikanische Fasane gejagt werden, mehr Kultsymbolcharakter hat als das klassische Modell 12 Winchester oder eine alte amerikanische Pump Gun (obwohl die neue Generation der Halbautomatik, die leicht und zuverlässig ist, den Job genauso gut macht).

Hund hält Fasan in dem Mund. Steht im Feld.

Gute Hunde sind außerdem eine große Hilfe für einen Fasan-Jäger, aber gute Fasan-Jagdhunde sind schwer zu finden. Die Vögel wissen genau, wie sie sich verhalten müssen und sind daher einige der schwierigsten Aufgabenstellungen für jeden Vogelhund. Meistens ist die Hochlandvogeljagd eine einsame Angelegenheit, aber Fasanenjäger im Westen der USA müssen sich häufig zusammenschließen, wobei einige das Feld durchqueren und andere die Fluchtwege der Vögel blockieren, welche aus der Reichweite laufen oder ausbrechen. Jagd Erfahrung ist vorausgesetzt um die richtige Entscheidung zu treffen, wohin zu gehen und was zu tun ist. Nur wenige Hunde aus anderen Regionen verfügen über die Ausdauer und die Fähigkeiten, um den Fasan zu stellen. Aus diesem Grund ist es eine gute Idee, bei Ihren ersten Fasanenjagden mit einem erfahrenen Jäger zusammenzuarbeiten oder einen seriösen Führer zu buchen.

Die lange Reise aber belohnt Sie mit einigen der besten Vogeljagden der Welt. Die Vögel sind zwar schwer zu erwischen, aber wenn Sie endlich den goldgefiederten, langschwänzigen Hahn in der Hand halten, werden Sie nicht nur mit seiner Pracht zufrieden sein, sondern auch mit der Tatsache, dass Sie diese Trophäe verdient haben. Kein Wunder, dass in der Fasanensaison so viele Jäger in die Staaten strömen, sodass es manchmal schwierig wird, ein Hotelzimmer zu buchen!

Heute ist die Reise des Fasans um die Welt wahrscheinlich vorbei. Er hat alle geeigneten Lebensräume bewohnt oder wurde in diese eingeführt, und selbst wenn noch ein solcher Ort übrig ist, werden moderne Vorstellungen über stabile Ökosysteme und invasiven Arten, jedes Fasanen-Einführungsprojekt aufhalten. Jetzt ist es an der Zeit für die Menschen, dem Fasan nachzureisen. Man kann mit Sicherheit behaupten, dass mehr Jäger Fasane, als einen anderen Vogel jagen.

Der amerikanische Westen ist längst zum Mekka für kompromisslose Fasanenliebhaber geworden. Die klassischen britischen Shootings, die einst nur Lords und Dukes (und deren Freunde) vorbehalten waren, sind jetzt für jedermann zugänglich. Kurz gesagt, die Fasanenjagd auf dem US-Kontinent würde selbst den anspruchsvollsten Briten zufriedenstellen.

Nebenbei bemerkt, Fasane werden buchstäblich auf der ganzen Welt gejagt, auch an solch exotischen Orten wie Mauritius und Pakistan.

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