Von Europa nach Kamtschatka: Sieben Möglichkeiten in Russland einen Bären zu jagen

Der Braunbär ist seit über zwei Jahrhunderten das Symbol Russlands – seitdem Punch, in dem der Charlie Hebdo dieser Ära, Napoleon als Zirkuslöwenbändiger und die gegen ihn verbündeten Nationen als Bestien bezeichnete. Der Karikaturist hat einen Bären für Russland ausgesucht und dieser blieb seither. Wie bei jedem Stereotyp ist aber die Realität viel komplizierter. Man kann Russland wirklich als Paradies für Bärenjäger bezeichnen – das Problem jedoch ist, dass es so viele Varianten und Möglichkeiten dafür gibt. Tatsächlich gibt es in Russland sechs (und einigen Experten zufolge sogar acht) Arten von Braunbären, die in verschiedenen Gegenden leben, unterschiedliche Jagdmethoden erfordern und unterschiedliche Preise erzielen! Lassen Sie uns versuchen, Sie durch einige grundlegende Optionen zu führen.

Braunbär steht auf 4 Pfoten in der Wiese

ZENTRALRUSSLAND: PRAKTISCH UND GÜNSTIG

Der europäische Braunbär, welcher Zentralrussland von der westlichen Grenze bis zum Ural bewohnt, gilt als die bequemste und erschwinglichste Art. Der größte Vorteil von Zentralrussland ist die Logistik – alle Jagdreviere sind innerhalb weniger Stunden von Moskau entweder mit dem Hochgeschwindigkeitszug, dem Nahverkehrszug oder einem lokalen Flug zu erreichen und für bestimmte Orte haben Sie noch dazu die Möglichkeit, durch die wunderschöne Stadt  St. Petersburg zu reisen. Ein weiterer Vorteil ist der Preis. Niedrigere Betriebskosten und ein hoher Wettbewerb zwischen den Anbietern führen zu attraktiven Angeboten: Mit einer ordnungsgemäßen Planung und Buchung im Voraus können Sie die Kosten für Ihre Jagd leicht auf 1.500 bis 2.000 Euro senken. Die Reisekosten nach Moskau, die zwischen 250 Euro (aus Europa) bis zu 500 Euro (aus den USA) für die Hin- und Rückreise anfallen, sind darin nicht enthalten.

Die endgültigen Kosten der Jagd aber hängen von Ihrem Jagdanbieter und der Jagdmethode ab. Bei einigen Anbietern ist die Trophäengebühr im Paket enthalten, bei anderen wird sie zusätzlich berechnet, je nach Größe des Fells oder dem Gewicht des Tieres. Sie sollten sich im Vorab darüber genau erkundigen, da Missverständnisse kostspielig sein können. Das Durchschnittsgewicht des europäischen Braunbären liegt zwischen 150 und 250 kg (330-550 lbs.) aber hin und wieder haben Jäger auch schon einen 300 kg (660 lbs.) schweren Bären erlegt. Einen Bären dieser Rekordgröße können Sie sehr wohl in seinem ganzen Verbreitungsgebiet finden – nur ist die Wahrscheinlichkeit in einigen Gegenden höher als in anderen.

Braunbär hält seine Pfote

Da der europäische Braunbär in dichten Wäldern lebt, ist es nicht möglich, ihn ausfindig zu machen und zu verfolgen. Die gebräuchlichsten Methoden ihn zu jagen erfordern die Verwendung von Hochständen.

Dafür gibt es zwei Hauptjahreszeiten:

MIT KÖDER IM FRÜHLING

Bären verlassen ihre Höhlen im April, weil sie sprichwörtlich hungrig sind, die Wälder aber haben nur wenig zu bieten. Früher haben sie dutzende Kühe und Pferden der Bauern gerissen.  Der Jäger hat sich dann in die Nähe des Kadavers gesetzt und gewartet um mit dem Raubtier abzurechnen. Die Tradition des Köders wird heute fortgesetzt, die Jagdführer warten aber nicht darauf, dass der Bär ein Wild oder ein Vieh tötet, sondern stellen stattdessen Köder im Voraus auf. Die Auswahl des Köders beschränkt sich nicht nur auf verwestes Fleisch oder Fisch. Einige Jäger verwenden Obst und Gemüse sowie abgelaufenen Kuchen und Süßigkeiten, die in den örtlichen Geschäften oder Bäckereien erhältlich sind. Trail-Kameras geben den Jägern einen Hinweis darauf, wie viele Bären die Köder besuchen und wie groß sie sind. Das Warten auf einem Hochstand kann sich jederzeit in eine Pirschjagd verwandeln, wenn z.B. der Bär vor den Jägern den Köder erreicht. Die größte Einwirkung bei dieser Jagd ist jedoch das Wetter, welches bestimmt, wann genau die Braunen ihren Winterschlaf beenden. Daher ist eine gute Kommunikation mit dem Jagdanbieter von größter Bedeutung, um Leerfahrten zu vermeiden.

Braunbär sitzt im Grassfeld. Frühling oder Sommerzeit.

ÜBER HAFERFELDER IM HERBST

Diese Jagd findet im August und September statt und ähnelt der Jagd mit Köder im Frühjahr. Der Unterschied besteht darin, dass Haferfelder einen natürlichen Köder sind. Die Stände sind in der Regel improvisierte Strukturen die nur minimalen Komfort bieten, weil sie jedes Jahr neu gebaut werden, da die Bären ihre Fütterungsmuster ändern. Sie müssen dabei jedoch absolut bewegungslos bleiben, um einen echten Großbären davon zu überzeugen, dass das Feld sicher ist. Russische Jäger töten seit Jahrhunderten Bären, die ihre Felder verwüsten. Deshalb variieren die Bären gelegentlich, wie sie sich dem Hafer nähern. Ein weiterer Einfluss auf Ihren Erfolg bei dieser Jagdmethode ist die Verfügbarkeit alternativer Nahrungsquellen. Wenn die Wälder reich an Beeren, Pilzen und Nüssen sind, ernähren sich die Bären möglicherweise überhaupt nicht von Haferfeldern oder besuchen sie nur unvorhersehbar.  Aus diesem Grund wird den Jägern geraten, Kontakt mit dem Ausrüster aufzunehmen, um sich über die aktuelle Situation der Haferfelder und deren Bärenaktivitäten zu informieren.

KAMTSCHATKA: DAS FERNE KÖNIGREICH DER MONSTER-BÄREN

Kamtschatka ist jedem Bärenjäger als Heimat der größten Bären bekannt, die vielleicht nur vom Kodiakbären an zweite Stelle gerückt werden könnten. Das Land der Vulkane, Geysire, einzigartigen Landschaften und beeindruckenden Lachsläufen ist das Märchenreich eines Jägers – aber wie alle Märchenreiche ist es weit, weit weg. Rechnen Sie zu Ihrem Transfer nach Moskau, je nach Saison, mindestens 500 Euro für ein Hin- und Rückflugticket nach Petropawlowsk-Kamtschatski dazu. Trotzdem wird dies nicht die teuerste Etappe Ihrer Reise sein – um diese ferne Jagdreviere zu erreichen, ist wahrscheinlich ein Hubschrauberflug erforderlich, und falls Sie es nicht wussten, verbraucht der Mi-8-Hubschrauber fast eine Gallone Kraftstoff pro Sekunde! Es ist keine schwierige Rechnung, die Kosten für den Transport und aller für Ihre Jagd erforderlichen Dinge zu ermitteln, ganz zu schweigen von regelmäßigen Besuchen des Jagdreviers zur Wilderei-Überwachung, dem Aufstellen der Lager usw., was natürlich in der Nebensaison geschieht. All dies ist im Tagespreis oder im Paketpreis enthalten, sodass eine durchschnittliche Rechnung von 9.000 Euro im Herbst und 10.000 Euro im Frühjahr keine Überraschung sein sollte. Für manche aber eine angenehme Überraschung – Kamtschatkas Jagden kosteten noch vor ein paar Jahren viel mehr, aber die stagnierende Wirtschaft und der schwache Rubel haben das geändert.

Berge, Hundereiten, Scnhee

Was auch immer der Preis ist, Kamtschatka ist es wert. Der durchschnittliche Kamtschatka-Bär ist 250 bis 270 cm groß und man hat auch gute Chancen, einen 3 Meter-Riesen anzutreffen. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass Kamtschatka einer der wenigen Orte ist, an denen die Bären sich oft im freien Gelände aufhalten, sodass Sie den größten Bären in Ihrer Nähe auskundschaften, ihn auswählen und dann verfolgen können. Es gibt zwei Jahreszeiten für die Bärenjagd in Kamtschatka, den Frühling und den Herbst. [Klicken Sie hier, um mehr über den Unterschied zwischen diesen zu erfahren]

DIE BÄRENSAISON IM FRÜHLING KAMTSCHATKAS

Im Frühjahr fahren Sie und Ihr Guide mit dem Schneemobil (der Jäger sitzt normalerweise in einem vom Schneemobil gezogenen Schlitten) zu den Plätzen mit der höchst möglichen Wahrscheinlichkeit, Spuren eines der großen Männchen, die sich nun von frisch aufgetauten Kiefern ernähren, zu finden. Sobald der Bär lokalisiert ist, pirschen Sie ihn zu Fuß an.

Braunbär hat Lachsfisch gefangen und hält ihn mit seinen Zähnen.
Die Bären dabei zu beobachten wie sie sich von Lachsen ernähren, ist ein zusätzlicher Höhepunkt in Kamtschatka.

DIE BÄRENSAISON IM HERBST KAMTSCHATKAS

Die Herbstsaison dauert vom 20. August bis 30. September. In dieser Jahreszeit konzentrieren sich die Bären auf die besten Lachsläufe und Sie haben die aufregende Gelegenheit, ihnen beim Fischen, Füttern und beim Kämpfen um bessere Plätze zuzusehen, während Sie das Flussbett nach der Trophäe Ihrer Träume Ausschau halten. Sie und Ihr Führer können sich entlang der Flussbetten bewegen oder sich auf einem Hochsitz über einer der best- bekannten Fischfangstellen setzen. Alternativ können Sie auch in der Nähe von Zwergkieferndickichten nach Bären suchen. Wenn Sie einen Bären sehen der für Sie groß genug ist, dann verfolgen Sie ihn. September ist die beste Zeit, um in Kamtschatka zu sein. Das Wetter ist noch warm, aber die blutsaugenden Insekten sind bereits verschwunden, außerdem können Sie jetzt großartig Lachse fischen. [Schauen Sie sich dazu Kamtschatka Bärenjagd-Reisen an]

SIBIRISCHE BÄREN ZWISCHEN KAMTSCHATKA UND MOSKAU:

Irgendwo zwischen Moskau und Kamtschatka gibt es in Bezug auf Entfernung und Preis den sibirische Bären, der in West-, Mittel- und Ostsibirien im Überfluss vorkommt. Sie ähneln in Farbe und Größe dem Grizzlybären Nordamerikas. Die durchschnittliche Felllänge beträgt 230 bis 245 cm. Eine Jagd kostet Sie ungefähr 3.500 – 4.000 Euro, Ihre Reisekosten nicht inklusive. Wie üblich reisen Sie über Moskau und weiter von der russischen Hauptstadt nach Irkutsk. Für die Hin- und Rückreise ab Moskau müssen Sie mit ungefähr 300 Euro rechnen, unter Umständen auch mehr. Die Preise variieren je nach Saison. Bitte erkundigen Sie sich vor der Jagd beim Anbieter Ihrer Jagd nach den aktuellen Tarifen. Die Pirschjagd ist in einigen Gegenden möglich, aber die häufigste Jagdmethode auf sibirische Bären ist das Ködern. Wie überall hängt der Erfolg vom Wetter und der Verfügbarkeit von alternativen Nahrungsmitteln ab, wobei die Aktivität der Holzfällerunternehmen eine zusätzliche veränderliche Einwirkung darstellen kann. [dazu: sibirische Bärenjagdtrips]

NUR IN RUSSLAND MÖGLICH: DIE JAGD AUF DEN HIMALAYABÄR

Die südöstliche Pazifikküste Russlands bietet Ihnen die einmalige Gelegenheit, eine andere Bären Art zu jagen – den Himalaya-Bären. Nur in Russland gibt es diese Art in noch ausreichender Anzahl und deshalb ist diese Jagd offen! Dieser Bär ist kleiner als ein Braunbär. Die meisten Trophäen sind 200 bis 215 cm lang und haben ein wunderschönes schwarzes Fell mit einem charakteristischen weißen Dreieck auf der Brust. Traditionell wurde er in den Höhlen, welche dieser Bär selbst in hohlen Bäumen baut, gejagt, aber seit 2012 ist die Saison bis zum 30. November begrenzt, wodurch diese Methode der Jagd wirksam verboten wurde. Bei den meisten Trophäenjägern war dies ohnehin nicht sportlich genug. Heutzutage werden Himalaya-Bären hauptsächlich im August und September gejagt, indem man ihnen einen Köder auslegt. Diese Bären teilen ihren Lebensraum mit Amur-Tigern, die auch manchmal die Bärenköder untersuchen. Wenn Sie alte indische Shikar-Geschichten lesen und sich fragen, wie es sich anfühlen muss, wenn ein Tiger zu Ihrem Machan – eine erhöhte Plattform um einen Tiger aufzulauern- kam, denken Sie nun, Sie hätten hier Ihre Chance! Aber NEIN, Sie können den Tiger nicht töten.

Himalayan Bär im Wald

Die Kosten, auf welche Sie sich vorbereiten müssen belaufen sich auf ungefähr 9.000 Euro, ohne Reisespesen und dem Hin- und Rückflug von Moskau (diese Stadt ist so gut wie unvermeidlich) nach Chabarowsk, welcher Sie zusätzlich etwa 400 Euro kosten wird. [Mehr dazu – Himalaya-Bärenjagdreisen]

DER HIMALAYA BÄR UND SEIN GRÖSSERER NACHBAR

Neben dem Himalaya-Bären ist in der Taiga bei Chabarowsk und Wladiwostok die Amur-Art des Braunbären beheimatet. Sie werden fast so groß wie Kamtschatka-Bären – 230 bis 245 cm (7,5 bis 8 Fuß) -, sind aber aufgrund der dichten Wälder, die sie bewohnen, schwieriger zu jagen. Die einzig mögliche Jagdmethode ist das Ködern im Frühling und Herbst. Fauler Fisch wird oft als Köder verwendet. Der Preis und die Reisekosten sind die gleichen wie für die Bärenjagd im Himalaya – ungefähr 9.000 Euro für die Jagd plus ungefähr 400 Euro für eine Hin- und Rückreise aus Moskau. Die Preise variieren je nach Saison. Bitte erkundigen Sie sich vorab beim Anbieter Ihrer Jagd nach den aktuellen Tarifen. [sehen Sie dazu Amur Bärenjagdtrips]

DIE GEHEIMNISVOLLEN BÄREN DES NORDKAUKASUS

Im Süden des Landes leben in den Bergen des Nordkaukasus die vielleicht mysteriösesten russischen Bären. Der östliche oder kaukasische Gebirgsbär soll relativ klein sein, helles Fell und eine außerordentlich üble Gesinnung haben. Die geringe Größe der Trophäe, kombiniert mit den relativ hohen Kosten der Jagd, erregt bei den Trophäenjägern kaum großes Interesse. Es können jedoch für abenteuerlustige Jäger, die sich für einzigartige Arten und Erlebnisse interessieren, Jagden arrangiert werden.

Obwohl der unbekannte Karikaturist Punch wahrscheinlich kein Interesse an einer Bärenjagd hatte, erwies sich seine Wahl des Bären als Symbol Russlands mehr als angemessen. Wie Sie sehen, bietet das Land Bärenjagdmöglichkeiten für jeden Geschmack und Geldbeutel. Warum schmökern Sie jetzt nicht gleich mit BookYourHunt.com über eine Bärenjagd in Russland?

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