Eine Bogenjagd in Russland? Nein, noch nicht!

Die Bogenjagd in Russland ist, obwohl die Gesetzesvorlage in der ersten Anhörung in der Duma bestanden hat, noch immer illegal und wird in den nächsten Monaten nicht legalisiert werden.

Wenn Sie ein begeisterter Bogenjäger sind und eine Jagd im Ausland anstreben, haben Sie wahrscheinlich gehört, dass das russische Parlament die Jagd mit einem Bogen endlich legalisiert hat oder Sie haben sogar schon Angebote für eine Jagd in Russland gesehen. Leider kursieren in den Medien derzeit falsche Nachrichten, und dies wäre eine davon. In diesem Blog-Post erfahren Sie, warum es so ist und warum Sie noch keine Bogenjagdreise nach Russland buchen sollten.

Fangen wir von vorne an. Die russischen Jagdvorschriften erlauben die Jagd nur mit Waffen, die nach dem Bundesgesetz als „Jagdwaffen“ eingestuft werden (nach dem Prinzip „Was nicht erlaubt ist, ist auch verboten“). Das Waffengesetz klassifiziert derzeit jegliche Ausrüstung für das Bogenschießen als „Sportwaffe“ und dies nur für einen Sportwettbewerb und nicht als „Jagdwaffe“. Daher ist die Jagd mit einem Bogen in Russland illegal und verstößt gegen eine Reihe von Paragraphen in den Jagdvorschriften, die die Jagd mit illegalen oder nicht ordnungsgemäß registrierten Waffen verbietet.

Eine Ausnahme ist die Jagd innerhalb von Hochzäunen, wobei es sich nach russischem Recht nicht um eine Jagd, sondern um die Schlachtung von Haustieren handelt. Ein derartiges Angebot, in Russland einen Hirsch, ein Wildschwein oder ein Mufflon mit einem Bogen zu schießen, kann also durchaus legitim sein. Es ist jedoch offensichtlich, dass es für Kamtschatka-Bären, Chukotka-Elche, Koryak-Schneeschafe oder den Ostkaukasischen Steinbock keine Hochzäune gibt.

Warum bieten also einige Ausstatter und Agenturen bereits solche Jagden an, verbunden mit der Überschrift „Das Parlament legalisiert die Bogenjagd in Russland!“?

Hier sind die Fakten. Eine Gruppe von Mitgliedern der Staatsduma, der untersten Kammer des russischen Parlaments, haben ein Ansuchen zur Änderung des Bundesgesetzes „Über Waffen“ gestellt, dass Jagdbögen als „Jagdwaffen“ eingestuft werden sollten. Über diese Gesetzesvorlage wurde am 2. April 2019 abgestimmt und wurde in der ersten Lesung fast einstimmig angenommen. Es ist jedoch noch ein weiter Weg bis dieses Gesetz in Kraft tritt.

Die erste Sitzung ist die wichtigste Etappe im russischen Gesetzgebungssystem – ein verabschiedeter Gesetzesentwurf hat eine 95% ige Chance durchzukommen. Dies ist jedoch nur der erste Schritt von fünf. Das Gesetz muss nun auch die zweite und dritte Anhörung in der Duma (Russlands Analogon des Repräsentantenhauses) bestehen. Damit soll der Gesetzgeber die Möglichkeit erhalten den Text, entsprechend in den Debatten angesprochenen Kritikpunkten und Kommentaren, zu verändern. In dieser Phase verliert der Gesetzesentwurf häufig einen Großteil seiner ursprünglichen Stärke.

Nach der dritten Anhörung wird die Gesetzesvorlage von der Duma verabschiedet und an Russlands Analogie zum Senat – dem Föderationsrat – geleitet. Wenn das Oberhaus des Parlaments es billigt ist das Gesetz, um in Kraft zu treten, nun auf dem Weg zum Präsidenten.

Der gesamte Prozess kann zwischen einigen Monaten und Jahren dauern. Beispielsweise, wurde in der ersten Vorlesung im Jahr 2010 ein Gesetz gegen die grausame Behandlung von Tieren (die russische Jäger durch ein effizientes Verbot zahlreicher Hundetrainingsaktivitäten beeinträchtigte) verabschiedet aber dann für acht Jahre blockiert. Erst 2018 wurde es in Kraft gesetzt. Auch öffentliche Gegenreaktionen können die Gesetzestexte auf dem Weg zum Schreibtisch des Präsidenten verzögern oder sogar wesentliche Veränderungen bewirken. Bislang haben aber noch keine Anti-Jäger auf den Text zur Bogenjagd reagiert.

Unter dem Strich ist die Bogenjagd in Russland, obwohl die Gesetzesvorlage in der ersten Anhörung in der Duma bestanden hat, noch immer illegal und wird in den nächsten Monaten nicht legalisiert werden. Sollte der Gesetzentwurf 2019 doch noch in Kraft treten, sind die Quoten und Bestimmungen aber für die Jagdsaison dieses Jahres bereits in Kraft. Selbst unter den günstigsten Bedingungen wird es bis zur Saison 2020 keine Bogenjagdreise in Russland geben.

Dann gibt es noch viele wichtige Fragen die gelöst werden müssen. Das Gesetz sieht vor, dass auch Jagdbögen einer Registrierung unterliegen müssen, obwohl die russische Nationalgarde, die für die Lizenzierung und Registrierung von Schusswaffen zuständige Strafverfolgungsbehörde, angibt, dass sie nur Aufzeichnungen führt und dass keine Kauf- oder Aufbewahrungsgenehmigungen erteilt werden. Aber müssen internationale Jäger einen temporären Import für ihre Bögen beantragen, wie sie es jetzt für ihre Schusswaffen tun müssen? Aus Erfahrung, durch die Unterstützung von Jägern mit der Einfuhrgenehmigung von Gewehren wissen wir, dass es manchmal genug Probleme gibt, obwohl der Prozess nicht sehr unterschiedlich ist. Wie nun aber die Vorschriften für die Bögen sein werden ist uns noch nicht bekannt.

Ein weiterer Papierkram, der Jäger und ihre Jagd stark beeinflussen kann, sind die landesweiten Jagdbestimmungen. Das Ministerium für Naturressourcen entwickelt derzeit eine neue Version der Vorschriften und behauptet, die Änderungen würden „den internationalen Jagdtourismus fördern“. Aber darüber hinaus ist nichts bekannt.  In Russland gibt es kaum einen Jagdleiter, der über eine gewisse Erfahrung mit der Führung von Bogenjägern verfügt. Ein Outfitter, welcher seinen Jägern einen guten Erfolg sicher stellen möchte, wird wahrscheinlich noch einige Zeit brauchen, um eine anständige Chance auf eine Trophäe mit dem Bogen bieten zu können.

Es ist absolut klar, dass Bogenjäger in Russland im Vergleich zu Gewehr- oder Flintenjägern keine Privilegien erhalten. Im Gegensatz zu ihren nordamerikanischen Kollegen berücksichtigen russische Wildtiermanager nicht die Erfolgsquoten bei der Festlegung der Abschüsse. Die Anzahl der Tiere, die der Tierbestand ohne negative Folgen verlieren kann, ist die Anzahl der erteilten Lizenzen. Wenn Jäger also eine Erfolgsquote von 50% oder sogar nur 25% erzielen, ist dies nicht das Problem der Wildtiermanager. Folglich gibt es für einen seriösen Outfitter keine Motivation, eine Bogenjagdreise anzubieten und dadurch die Unzufriedenheit der Kunden zu riskieren.

Ein zuverlässiger Jagdanbieter bietet zum jetzigen Zeitpunkt absolut keine Bogenjagdreise in Russland an. Warum aber dies doch einige tun? Vielleicht wurden sie durch die Schlagzeilen der Medien getäuscht, welche sich oft so anhören, als sei das Gesetz bereits in Kraft.

BookYourHunt ist sehr vorsichtig dabei, wem wir auf unserem Online-Marktplatz erlauben Jagden anzubieten. Durch unser System buchen Sie zwar direkt beim Ausstatter, aber BookYourHunt steht immer noch hinter diesem Service. Wir versuchen, die Jagdanbieter so gut wie nur möglich zu überprüfen, um jegliche negative Erfahrung für Sie zu vermeiden. Hier noch ein kleines Geschäftsgeheimnis: Für jeden russischen Anbieter der sich unserem Marktplatz anschließt, gibt es zwei, denen das Privileg wegen Irreführung der Kunden und / oder Jagdverletzungen verweigert wird. Seien Sie misstrauisch gegenüber aktuellen Angeboten. Eine Jagd in Russland ist fantastisch, aber Sie sollten sich vorab gut informieren und erst dann buchen.

Wir sind uns durchaus darüber bewusst, dass Medien oft verwirrend klingen. Während Schlagzeilen wie „Russisches Parlament legalisiert die Bogenjagd“ erfrischend positiv klingen, ist es trotzdem noch ein weiter Weg bis Pope & Young die erste russische Bogenjagd-Trophäe registrieren lässt.

Melden Sie sich doch in unserer Social-Media-Seite und für unsere Blog-Updates an. Wenn die Bogenjagd in Russland tatsächlich legalisiert wird und Outfitter echte Reisen anbieten, werden wir die Ersten sein, die darüber berichten.

Auch wenn es noch keine Bogenjagden in Russland gibt, sehen Sie sich unsere Angebote für Bogenjagd in anderen Länder an:

https://www.bookyourhunt.com/bow-hunting-trips

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